Istanbul - Altes Viertel, neuer Name

Seit Beginn diesen Jahres ist die Türkei wieder häufig mit negativen Schlagzeilen in den Medien. Istanbul hat sich noch nicht ganz erholt von den Ereignissen am Taksimplatz. Trotzdem fliegen wir Mitte März für zwei Tage Stoppover nach Istanbul, auf dem Weg nach Usbekistan in Zentralasien, aber das ist eine andere Geschichte...

Für die erste Nacht hat uns das Boutiquehotel Sumahan on the Water auf der asiatischen Seite eingeladen. Von dort blickt man auf beide Seiten des Bosporus und die Bosporus-Brücke, die Orient und Okzident verbindet. Den Rest des Tages verbringen wir damit, das Hotel selbst und die Umgebung zu erkunden. Ganz in der Nähe liegt der prächtige Beylerbeyi-Palast, einst Sommerresidenz der Ottomanen. Das Hotel lädt uns zum Abendessen in sein Restaurant Tapasuma ein. Es ist Samstagabend, und jeder Tisch ist mit peppigen Istanbulern besetzt. Die Neuinterpretation von türkischen Klassikern im Tapasstil haut uns fast vom Designerstuhl. Şerefe!

 

Am nächsten Morgen treffen wir zufällig beim Frühstück auf zwei Bekannte aus München und tauschen Tipps für die nächsten Tage in Istanbul aus. Dann fahren wir über die Sultan Mehmet-Brücke zurück auf die europäische Seite. Bei der Fahrt sieht man, wie weitläufig die Stadt ist und wie verschieden die einzelne Viertel sind: es gibt noch Lokalkolorit, kleine Geschäfte und niedrigere Gebäude.

Für die zweite Nacht beziehen wir das Hotel The Haze im neuen In-Viertel Karaköy, unterhalb des Galataturms gelegen. Als wir vor 3 Jahren das letzte Mal hier waren, hatte das Viertel noch was von einem dunklen, verlassenen Hafenviertel hinter der Galata-Brücke. Wir treffen uns mit zwei Istanbuler Freunden, die das Viertel gut kennen, und ziehen los. Sie erklären uns, dass in Karaköy ein neuer Kreuzfahrtterminal entstehen soll, weshalb viele Businessleute sich bereits jetzt hier niedergelassen und in Restaurants, Cafés und weitere Geschäfte investiert haben.

 

Vorbei am Fischmarkt zum Restaurant neben der Galatabrücke, wo wir selbst zu dieser Jahreszeit sogar am Abend noch draussen sitzen.

 

Obwohl das einfache Restaurant gleich unterhalb vom Galataturm, gleich neben der Brücke und gegenüber der Altstadt liegt, ist es total versteckt und außer uns gibt es keine Touristen. Mit unserem geliebten Efes-Pils und leckeren Fischgerichten sind wir auch hier glücklich, und genießen in netter Begleitung und auf Plastikstühlen den tollen Blick auf die beleuchtete Sultan-Ahmet-Moschee.

Als Nachspeise probieren wir noch auf dem Weg zum Hotel einen dieser süßen Baklavas - die Entscheidung fällt bei der riesigen Auswahl erst nach einiger Zeit auf eine Version mit Walnüssen.

 

Auch zum Frühstück genehmigen wir uns türkische Tradition in Form von gebackenen Sesamkringeln - frisch aus dem Steinofen ein Gedicht - ...

... und frisch zubereitetem Lokum mit einem türkischen Kaffee im Café Sahi. Mit dem hierzulande bekannten "Türkischen Honig" hat dieses Delight aus Pistazien,Teig, Sahne und Granatapfelkernen übrigens nichts zu tun.

 

Gestärkt machen wir uns zu Fuß entlang des Bosporus auf Richtung Beşiktaş-Viertel. Leider erweist sich die Strecke als nicht sehr Fußgänger-freundlich, und der Verkehr ist unerträglich.

Beşiktaş ist bekannt für seinen Fußballverein, einem der Star-Clubs der türkischen Liga. Wir sind jedoch wegen der "Fußgängerzone" hier, einem ziemlich verkehrsberuhigtem Teil des Viertels. Von weitem sehen wir schon eine Schlage von Hungrigen, die sich um halb 12 mittags ihren ersten Döner genehmigt. Der "Döner-Salon" Tarihi Karadeniz ist ein Phänomen und Familienunternehmen und existiert seit 1973.Ach so- so schmeckt also ein echter, authentischer und frischer Döner, im Baguette - lecker!

 

Zum Glück haben wir uns die letzten Tage Speck angefuttert, denn den brauchen wir, um die nächsten zehn Tage in Usbekistan (kulinarisch) zu überstehen - als hätten wir es gewusst! Fortsetzung folgt!