Antje - Ernährungsmedizin und Darmgesundheit in Hamm

Antje -  Darmgesundheit, Immunologie und Krebsprävention 

Antje -  Darmgesundheit, Immunologie und Krebsprävention 

1)  Was war dein Traumberuf als Kind?
Den gab es nie wirklich.  Hausfrau, Biologin, Segellehrerin, dann lange keine Idee, bis zu dem Tag, als die Lehranstalt für Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen in Hamm einen Tag der offenen Tür veranstaltete. Nach der kurzen Demonstration des praktischen Faches Galenik (Lehre von der Zubereitung und Herstellung von Arzneimitteln) war ich von jetzt auf gleich sicher, das wird mein Traumjob. Bei einem diesjährigen Treffen der Ausbildungsabsolventen nach 30 Jahren war auch die Apothekerin und ehemalige Lehrkraft dabei, die mich für diesen Ausbildungsberuf sofort begeistert hat. Tolle Frau!
 
2)  Welche Frau /welche Person hat dich dazu inspiriert, deine Träume zu verwirklichen?
Meine letzte Chefin im Angestelltenverhältnis in der Hamburger Apotheke, die gemeint hat, meine Vorträge seien immer gleich und dafür könne ich kein Geld verlangen (bis zu dem Zeitpunkt hatte sie nie einen Vortrag von mir gehört) und die ApothekerInnen aus dem norddeutschen Raum, die sich über mich amüsiert haben, als ich ihnen nahlegte, die Beratungsqualität Ihrer Unternehmen um das Wissen zur Darmgesundheit und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zur erweitern, um zukünftig den Klienten, die durch das schulmedizinische Diagnoseraster gefallen seien, eine individuellere Herangehensweise anzubieten. Frei nach dem Motto: Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich und heute ist es selbstverständlich was Du tust.
Selbstständig wollte ich nie sein, die Frage stellte sich auch bis dahin gar nicht.
  
Der Traum vom idealen Lernort war nach jahrelanger Tingelei dadurch geprägt, dass viel Zeit in mehr oder weniger ansprechenden Seminarräumen verbracht wurde. Wertvolle Lebenszeit! Warum, so fragte ich mich, lege ich im Wohnzimmer - wo ich im Zweifel weniger Zeit verbringe - Wert auf stilvolle Einrichtung und edle Materialien, während ich im Seminarraum mit Plastikstühlen und Neonlicht Vorlieb nehme? Erst jetzt, nach Jahrzehnten der Wanderschaft, erkannte ich das Potenzial, das mein Geburtshaus in Hamm bot. Umfangreiche Umbauten waren nötig, um das Haus in die Lippe-Villa zu verwandeln, in der ich heute ApothekerInnen, PTA´s, ÄrztInnen, ZahnärztInnen, HeilpraktikerInnen, PhysiotherapeutInnen und Hebammen als Gäste empfangen darf. Ein Ort zum Wohlfühlen, zum schöner lernen und effektiver arbeiten. Für mich als Gründerin der Akademie für Immunologie und Darmgesundheit ist es selbstverständlich, unsere Seminargäste mit gutem Essen zu versorgen, denn die darmgesunden Rezepte über die wir hier sprechen und auch gleich kochen, dienen nicht nur dem Fachpublikum als Fundus, sondern in erster Linie den Klienten, die es in den Praxen zu betreuen gilt. 
 
3) Was bedeutet Erfolg für dich?
Wenn ich das, was ich mir in einem definierten Zeitraum vornehme, mit den Ressourcen, die mir zur Verfügung stehen und die ich schaffe, erfüllen kann, sehe ich dies als Erfolg an. 
Über Nacht wurde die für mich bis heute mehr als richtige Entscheidung getroffen, den Weg in die vollkommende Selbstständigkeit und damit in die Weisungsunabhängigkeit im Jahr 2008 zu gehen.
 
4) Welche Niederlagen hast du auf deinem Weg erlebt & wie haben sie dich geprägt?
An jeder Niederlage, sei es menschlich, finanziell oder rechtlich, bin ich gewachsen, es hat mir meist geholfen, fatale Fehlentscheidungen nie wieder in der Art zu treffen, immer auf der Hut zu sein, aber dennoch immer wieder Beziehungen, Verträge usw. einzugehen ohne immer gleich das Scheitern im ersten Schritt zu ahnen. Das Bauchgefühl zuzulassen und nicht alles über den Verstand lösen zu wollen.
   
5) Wie hast du sie überwunden?
Indem ich eine gewisse Gelassenheit entwickelt habe. Vieles hört oder liest sich im ersten Moment schlimmer, als es wirklich ist. Schläft man drüber oder läßt genug Abstand zu, entwickelt sich das Ganze und ist meist leichter und klarer zu lösen.
 
6)  Was gibt dir Kraft, wenn es einmal nicht so gut läuft?
Wenn ich die Unternehmung nicht weiter aufrecht erhalten kann, aus welchem Grund auch immer, findet sich eine andere Aufgabe, an der ich Freude entwickeln kann oder ich verkaufe wieder Aspirin, das habe ich gelernt und den Beruf als PTA habe ich immer geliebt und werde ihn immer lieben, also, was kann mir passieren?
 
7) Welche Charaktereigenschaften haben dich weitergebracht?
Ehrlichkeit, authentisches Auftreten, ein sonniges Gemüt, geballter Optimismus, Herzblut und Lebensfreude für das, was ich immer tun wollte, Wertschätzung meinen Mitmenschen gegenüber.
 
8) Tipps für ein Business & Selbstbestimmung
Zwischendurch Dinge unternehmen, die nicht immer nur monetär betrachtet werden im ersten Schritt, aber einer Sache dienlich sind oder einfach auch Spaß machen, sie auszuprobieren. Das Risiko eingehen und anerkennen, das der Plan nicht aufgeht, die Strategie nicht ankommt oder es der falsche Zeitpunkt für diese Aktivität ist. Man kann dann zumindest feststellen, man hat es ausprobiert, sonst wüßte man ja nicht, ob es funktioniert hätte.
Die feste Überzeugung, dass das was man tut nicht nur für einen selbst wertvoll ist, sondern auch anderen Menschen zu Gute kommt.
Etwas unternehmen, was Nachhaltigkeit schafft.
Visionen haben. Meine derzeitige berufliche Vision ist es, weiterhin an der Entwicklung und Verbesserung der Gesundheitskonzepte mitwirken zu können, um in naher Zukunft eine heute noch als komplementärmedizinisch betrachtete Diagnostik und Intervention bei Klienten mit Darmgesundheitsstörungen z. B. im Bereich der Histaminintoleranz (richtig: Intoleranz auf biogene Amine) oder der neuen Entität Nicht-Zoliakische Gluten-Intoleranz zum Standard in der täglichen heilberuflichen Praxis wewrden zu lassen. Somit dauert eine Diagnosestellung im Durchschnitt vielleicht nicht mehr 11 ½ Jahre, das wäre doch ein Gewinn für die betroffenen Personen!