Liane - Hebamme & ReiseEule, Mainz-Kastel

Liane- spread your wings & fly away

Liane- spread your wings & fly away

1) Was war dein Traumberuf als Kind?
 Bis kurz vor meinem Abitur wollte ich immer Lehrerin werden. Meine Grundschullehrerin war so toll, dass sie mich dazu inspiriert hat, obwohl meine restliche Schullaufbahn alles andere als geradlinig verlief. In der Folge hatte ich wirklich Lehrer, die von Pädagogik soweit entfernt waren wie die Milchstrasse von der Erde.
Dann starb mein Vater und ich wollte meiner Mutter nicht mit einem Studium auf der Tasche liegen und so machte ich eine erste Ausbildung zur Krankenschwester.
 
2) Welche Frau /welche Person hat dich dazu inspiriert, deine Träume zu verwirklichen?
 Zu meinem Beruf, den ich heute ausübe, hat mich ehrlich gesagt niemand inspiriert. Der Wunsch war auf einmal aus dem Nichts heraus da und ich habe lange dafür gekämpft - 8 Jahre - bis ich einen Ausbildungsplatz zur Hebamme bekam. Da musste ich ein paar Umwege in Kauf nehmen. Heute bin ich freiberuflich tätig und führe mit zwei Kolleginnen und einer Angestellten zusammen eine erfolgreiche Praxis. Ich führe sozusagen ein kleines Unternehmen und irgendwie bin ich nun doch sowas ähnliches wie eine Lehrerin, wenn ich Kurse und Vorträge halte.
 Zu meinen Blogträumen hat mich meine Reiseleidenschaft und die Grundkompetenz im IT-Bereich meines Neffen geführt. Ohne seine Einweisung hätte ich mich sicher nicht daran gewagt, einen Blog zu beginnen. Da ich mich ungern einschränken lasse, führe ich inzwischen mehrere Blogs mit unterschiedlichen Themen. Das ich leidenschaftlich weiter schreibe und fotografiere verdanke ich wiederum meinem Freundeskreis und meinen Lesern. Durch ihre Kommentare weiß ich, dass mein Stil ankommt, obwohl oder gerade weil ich persönliche Berichte schreibe.
 
3) Was bedeutet Erfolg für dich?
 Ich kann meine Träume leben und wenn ich dann noch Bestätigung und Ermutigung für das bekomme, was ich tue, ist das ein voller Erfolg für mich. Ich habe keine großen Erwartungen und Ziele. Ich möchte leben, respektiert werden und die Tage so nehmen, wie sie kommen.
 
4) Welche Niederlagen hast du auf deinem Weg erlebt & wie haben sie dich geprägt? Wie hast du sie überwunden?
 Ich sehe meine Stationen im Leben nicht als Niederlagen an, selbst wenn es nicht so gelaufen ist, wie ich es mir erträumt hatte. Ich konnte immer daraus lernen. Beruflich kann ich mich nicht an prägende Niederlagen erinnern. Im Privatleben dagegen habe ich in den letzten vier Jahren einiges durchstehen müssen. Das schlimmste, was mir widerfahren ist, ist der Tod meines Kindes. Ich stand allein auf weiter Flur, denn es war mein einziges Kind und ich hatte es von Anfang an alleine groß gezogen. Ohne Partner.
Niemand, der es nicht selbst erlebt hat, kann den Schmerz nachempfinden. Es reißt einem Herz und Seele auseinander und ich hatte wochenlang das Gefühl aus zwei Personen zu bestehen. Eine, die alles rational regelte und eine, die trübsinnig auf der Couch saß.
Es dauerte lange, bis aus diesen zwei Personen wieder eine wurde und ohne Hilfe von Freunden stünde ich sicher nicht da, wo ich nun stehe - mit neuem Lebensmut und dem Blick nach vorne.
Meine Freunde sind mein größter Schatz und mein Rückhalt und meine Reise nach Tasmanien letztes Jahr hat mir neue Lebenswege und -stationen aufgezeigt, die ich teilweise schon in Angriff genommen habe und teils noch in Angriff nehmen werde.
 
5) Was gibt dir Kraft, wenn es einmal nicht so gut läuft? Hast du Rituale?
 Wie eben schon beschrieben, geben mir meine Freunde Kraft. Ich habe den Luxus, dass sie ganz in meiner Nähe sind und ich Tag und Nacht aufkreuzen kann, wenn ich am Tiefpunkt bin. Sie sind immer für mich da (und ich für sie).
Auch meine Reisen, bei denen ich zur Ruhe komme und reflektiere, füllen meine Akkus wieder auf. Besonders bei meinen Wanderungen kann ich meine Gedanken sortieren, bewerten und klären.
Richtige Rituale habe ich nicht. Ich gestatte mir aber die Freiheit, grundsätzlich im Dezember nicht mehr zu arbeiten. Mein Auszeitmonat, der sich durch meine Lebensgeschichte ergeben hat.
 
6) Welche Charaktereigenschaften haben dich weitergebracht?
 Meine Wille zu leben und in der Dunkelheit den kleinsten Lichtstrahl zu finden, meine Erinnerungen an positive Zeiten und die Gewissheit, dass mein Kind nicht gewollt hätte, dass ich aufgebe, meine Sturheit, mein Respekt, meine Offenheit, meine Treue und meine Reflektionsfähigkeit.
Nicht immer, aber gelegentlich bringt es mich auch weiter, dass ich ungern ein Blatt vor den Mund nehme. Ich habe eine Meinung und vertrete sie auch, wenn sie nicht mainstream ist.
 
7) Tipps für ein Business & Selbstbestimmung
 Egal was jemand anders zu dir sagt, wenn du einen Traum hast, lebe ihn. Aufgeben kann man immer noch. Der/Die Einzige, der/die sich ärgert es nicht probiert zu haben, bist du! Man hat nichts zu verlieren, man kann nur gewinnen.
Das Leben ist nicht dafür da, everybodys darling zu sein, sondern mit sich selbst zufrieden, glücklich und im Einklang.

Text & Foto: Liane Schiwy diereiseule