Unser Wort 2016 - Hamsterrad

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Es fiel uns nicht schwer, unser Wort 2016 zu finden: es ist das Wort Hamsterrad. Unser Blog-Motto lautet ja:  Reiseum, ein Blog für alle die aus dem Hamsterrad austeigen wollen oder schon ausgestiegen sind. 

Wir sind aus der Tretmühle des Alltags bewusst schon vor ein paar Jahren ausgestiegen, haben ausgecheckt aus dem Alltagsstress ohne Reflexion. Schon in der Kindheit wird einem regelrecht eingepflanzt, was zu beachten, zu erreichen, einzuhalten ist.

Warum geraten wir jedoch ins Hamsterrad, also einen Alltag, in dem wir nur noch vorwärts rennen, treten was das Zeug hält und nicht mehr nach rechts und links schauen. Nur noch das Rad am Laufen halten ohne zu wissen, wo das Ziel ist, was das Ziel ist, ohne je anzukommen. Gut, man sagt auch: "Der Weg ist das Ziel" - aber dessen muss man sich erstmal bewusst sein, denn auf der Überholspur fällt das bewusste Erleben auch schwer.

Das Erfüllen gesellschaftlicher Normen und Vorgaben dominiert: arbeiten, shoppen, TV gucken (glotzen), von A nach B hetzen, Überstunden machen, sich aufreiben, Weihnachtsgeschenke und- gutscheine einkaufen, verschenken und wieder umtauschen. Das, was die anderen von einem Erwarten - die Familie, Chefs, Nachbarn. Kompromisse sind manchmal ok, aber niemand kann sich ständig anpassen und dabei verbiegen. Echter Konsens, also beidseitiges Einvernehmen, wird oft mit Füßen getreten oder doch zumindest vernachlässigt. Oft geht es in unserer Konsumgesellschaft nicht nur darum, dass es einem besser geht, sondern dass es einem sehr gut und allen anderen gleichzeitig schlechter geht. Beispiele aus dem persönlichen und gesellschaftlichen täglichen Leben fallen dazu bestimmt jedem ein.

In unserem  "Blogger-Dasein" habe wir bereits viele BloggerInnen online getroffen, die konsequent und mutig den Ausstieg gewagt haben und sich sogar auf unbekanntes Terrain einer Weltreise begeben oder sich selbständig gemacht haben. Einige haben sogar ihr Hab und Gut verkauft und ihren Konsum reduziert, um freier zu werden. Erlebnisse und Erfahrungen - oft auf Reisen -  haben die Ansammlung von Status-Symbolen bei ihnen abgelöst. Let it go, baby!  

Bei einigen wurde das Umdenken vielleicht durch eine Lebenskrise ausgelöst, oder die sogenannte "midlife-crisis", aber bei den U 30-Bloggerinnen sieht man oft, dass sie einfach gar nicht erst in das Hamsterrad bzw. den Autopliot-Modus geraten wollen, nehmen sich daher schon früh ihre Auszeit und stellen um auf Bewußt-Sein. Traditionelle Lebensführung steht nicht mehr auf dem Plan! Reise-Blogger verbreiten mit jedem einzelnen Post neues Fernweh, neue Lebensformen ("digital nomads") und Selbstbestimmung.

Auch wenn wir nicht dauernd um die Welt reisen, wurde uns sehr früh klar, das die einzige Konstanz die Veränderung ist und daher eine bequeme Lebenseinstellung zur "uncertainty avoidance" /Vermeidung von Unsicherheiten und somit das Hamsterrad und das Leiden nicht das absolute Model sind. Auf der Suche nach einer Antwort oder Alternative stiessen wir auf unseren Reisen durch Südostasien und Ostasien auf den Buddhismus und fühlten uns mit der philosophischen Seite dieser Religion sehr wohl. 

Im Internet fanden wir dann durch die MOOCS, gratis Online-Kurse führender US-Universitäten, die Science of Happiness und den Western Buddhism.

Das öffnete uns die Augen: es gibt das Konzept des Glücks und des achtsamen, selbstbestimmten Handelns. Man muss sich nur dazu entscheiden. Noch besser  - denn wir "Westener" brauchen ja oft die wissenschaftliche Bestätigung - es ist wissenschaftlich belegt, das Mindfulness glücklich(er) und zurfrieden(er) macht. 

In der Achtsamkeit lag für uns der Schlüssel, um den Ausstieg aus unserem Hamsterrad schließlich Schritt für Schritt bewusst zu vollziehen. Wir arbeiten weiterhin täglich daran,  mehr im Hier und Jetzt zu sein und achtsam und mit offenen Augen durch´s Leben zu gehen, nicht nur auf Reisen. Regelmäßige Meditation und Yoga gehören für uns dazu. 

Auch wenn man beim Bloggen eher über die Vergangenheit nachdenkt  (erlebte Reisen) oder die Zukunft plant (die Bucket List),  also eher die Aspekte des Hamsterrads, setzen wir uns beim Schreiben der Posts und Auswählen der passenden Fotos im Hier und Jetzt mit unseren Gedanken und Erinnerungen bewusst auseinander.

Mach Dir klar, was Du willst oder nicht möchtest. Halt das Hamsterrad an. Du hast es in der Hand - it´s at your finger tips!

Hast du den Schritt schon getan? oder fehlt dir noch der Mut - erzähl uns von deiner Erfahrung im Kommentar-Feld.