72 Stunden Bilbao: de Pintxo en Pintxo

Bilbao am Nervión Fluss

Bilbao am Nervión Fluss

citytrip in spaniens grünen norden

Tapas sind für viele Ü40 neben dem Guggenheim der Anziehungspunkt in Bilbao. De Pintxo en Pintxo ist - gemessen an die Anzahl von kleinen Leckereien, die täglich über die Theken der unzähligen Bars gehen & vertilgt werden - die Lieblingsbeschäftigung der Bilbainos & heisst grob übersetzt "von Häppchen zu Häppchen".  Wir sind für vier Tage in der Stadt und sind von Anfang an begeistert. Von München aus ist man in 2 Stunden dort, und dann dauert es nur 20 Minuten mit dem öffentliche Bus und man ist für gerade mal 1,50 € im Zentrum der Stadt - davon kann man hier nur Träumen! Mit knapp 350.000 Einwohnern ist die Stadt übersichtlich, und seit dem "Effecto Guggenheim" hat sich die ehemals runtergekommene Industriestadt auf die vorderen Ränge der beliebtesten Städte mit einem breiten Kulturangebot katapultiert. Während man in anderen Regionen Spaniens die Krise stärker spürt, bekommt man hier nur eine Ahnung davon, wenn man geschlossene Ladenlokale sieht. Die Bars und Restaurants sind jedenfalls alle voll, voll, voll - hier merkt man keine Crisis!

Fine Lunching bei Victorio Montes

An der Plaza Nueva wurde uns Victorio Montes empfohlen, und so vergnügen wir uns mit unserem ersten Txakoli-Wein und den ersten Pintxos - dafür sind wir ja auch hier! - bis ein Tisch frei wird. Das Restaurant ist nicht sehr günstig für spanische Verhältnisse (und es hat keinen Michelin-Stern!), aber dafür sind alle Gerichte vom feinsten und mit den besten Zutaten bereitet. Wir haben in unserem Leben schon wirklich viele Merluzas und einige Foie Gras gegessen, aber noch nie so lecker & zart wie hier. Hier wird zum Aperitif übrigens Cava gereicht, was untypisch für Spanien ist, u.a. aus politischen Gründen :-). Ein intensiver weißer Rioja mundet vorzüglich zu beiden Gerichten. Mahlzeit, meine Lieben!

Unzählige Pintxos - ein wirklich guter erster Eindruck! Fleisch, Fisch, Veggie

Unzählige Pintxos - ein wirklich guter erster Eindruck! Fleisch, Fisch, Veggie

Merluza a la bilbaína

Merluza a la bilbaína

Foie gras mi-cuit

Foie gras mi-cuit

La Ruta de los Pintxos

Abends begeben wir uns auf die Suche nach der bekannten Bar El Globo . Auf dem Weg dorthin fragen und futtern wir uns durch die diverse Tapas-Bars hindurch. Es ist Samstagabend, und wir folgen den vielen Bilbaínos, die schon unterwegs sind und die gleichen Ziele wie wir verfolgen: ein Bierchen oder Weinchen und ein paar Häppchen. In der Bar gegenüber des Hotels wollen wir ein Bierchen bestellen, was wir im Rest Spaniens als "caña" kennen. In Bilbao ist das aber ein großes Bier, und eine "caña" ein "zurito" - todo entendido? Alles klar?

Apropos Pintxos: schnell hat man ein halbes Baguette mit den leckeren Toppings vertilgt, aber das gehört 1. dazu und 2. kann man das Brot manchmal auch weg lassen, falls es sich nicht um eine Art Salat oder Créme handelt, für den man das Brot als Tellerersatz benötigt. Aber das ist eben ganz typisch so!

Austeridad a la Bilbaína

Team El Puertito - gut drauf, lässig & leckere Austern 

Team El Puertito - gut drauf, lässig & leckere Austern 

Team Austern + Chardonnay

Team Austern + Chardonnay

Keine Entbehrung oder Sparsamkeit im El Puertito! Die erste Austern-Bar überhaupt, und kein Schicki-Micki sondern Typen mit Ringelshirt und Tatoos hinter der Theke, und  - wie wir feststellen fast alle hier in der Stadt! - super nett und unkompliziert. Die irischen, französichen und holländischen Austern sind super frisch und köstlich. Dazu im Hintergrund 90ies-Hits und Leute mit guter Laune.

Hausmannskost & Sidrería-Menü ohne Schnick-Schnack

Die Ausgehmeile "Siete Calles", die sieben Straßen in der Altstadt, sind ebenfalls für Tapas und Pintxos bekannt, dort gibt es aber auch Restaurants mit tollen Tellergerichten wie das Harrobia ...

calamares en su tinta mit merluza

calamares en su tinta mit merluza

...und gegenüber die Sidrería Arriaga mit richtigen Steaks, nach denen niemand hungrig nach Hause geht.

lifestyle-blog-u40-sidreria-asador-arriaga.jpg

Gleich zwei mal: La Viña del Ensanche 

Eigentlich bekannt für seinen extrem leckeren Schinken aus Salamanca, hat sich dieses Lokal als Gourmet-Tempel für Locals und Touristen gleichermassen etabliert. Wer nicht rechtzeitig reserviert, muss an der Bar im Stehen essen und kann trotzdem in vollen Zügen genießen. Das schöne ist, dass hier spanische Klassiker neu interpretiert werden und unprätentiös rüberkommen: einfach ein Teller voll Schinken, Olivenöl, Ciabatta. Ein paar Anchovi-Filets. Thunfisch-Steaks auf mariniertem Sushi-Reise und etwas Wasabi-Créme. Man sieht was man isst, und die Top-Qualität steht im Vordergrund. Selten wiederholen wir auf unseren Reisen das Restaurant, aber hier war es so lecker & die Kellner waren so nett, dass wir zum Repeater wurden. Und so haben wir uns beim zweiten Mal die Holzbänke an der Wand gesichert, um das wuselige Geschehen zu beobachten. Und das passende Glas Wein dazu ab 1,80 € - fast so günstig wie Busfahren :-)!

Nicht nur zum Essen, auch etwas Kultur

Natürlich kann man in Bilbao nicht nur die Kulinarik geniessen, sondern auch die Kultur und Architektur von Guggenheim und Calatrava, die "Catedral de Santiago" und die hängende Vizcaya Brücke in Portugalete (erreichbar mit der U-Bahn), die den Fluss Nervión überspannt. 

Museum Guggenheim - Tempel der modernen Kunst

Museum Guggenheim - Tempel der modernen Kunst

Puente de Vizcaya bei Portugalete - nördlich von Bilbao

Puente de Vizcaya bei Portugalete - nördlich von Bilbao

Abgefahren - Schwimmbad im Kulturzentrum La Alhondiga von unten gesehen

Abgefahren - Schwimmbad im Kulturzentrum La Alhondiga von unten gesehen

Mercado de la Ribera - zentraler Frischermarkt und stinkt kein bißchen

Mercado de la Ribera - zentraler Frischermarkt und stinkt kein bißchen

Weitere Tipps

Hotel Miró - Designhotel gegenüber des Guggeheim

Mit diesem Beitrag nehmen wir an der Blogparade Reise Food teil.